AmpliTrain EMS/EMA

Lassen Sie sich nicht verwirren: EMS bedeutet ‚elektrische Muskelstimulation‘ – EMA bedeutet ‚elektrische Muskelaktivierung‘.

Grundsätzlich geht es in beiden Fällen darum, mit Strom Muskelkontraktionen zu bewirken. Tut man dies mit sogenanntem Reizstrom (also niederfrequentem Strom) dann bezeichnet man das traditionell als EMS. Hier werden die motorischen Nerven gereizt, was schließlich zur Muskelkontraktion führt.

Nutzt man hochwertigen Mittelfrequenzstrom (was technisch aufwendiger ist und daher bei anderen Geräten wenig verbreitet) spricht man bevorzugt von EMA. Die Modulation der Mittelfrequenz erlaubt es Muskelzellen quasiphysiologisch zu aktivieren und so zur Kontraktion zu bringen, ohne die Nerven zu reizen. EMA hat aber weitere Vorteile gegenüber den herkömmlichen EMS Geräten. So zum Beispiel die Zellaktivierung sowie eine Tiefen- und Volumenwirkung.
So dienen die Begriffe EMS und EMA als Abgrenzung. Aber selbstverständlich ist EMA letztlich auch eine Form von EMS, somit kann man für Training mit mittelfrequentem Strom beide Begriffe nutzen – während für das Training mit niederfrequentem Reizstrom nur EMS benutzt werden kann (da es keine Muskelaktivierung ermöglicht, sondern nur eine Reizung). Da die Technik des niederfrequenten Reizstroms bekannter ist, ist auch die Bezeichnung EMS deutlich mehr verbreitet als die fachliche Definition EMA – aus diesem Grund benutzten wir beide Begriffe.

EMA Training ist sozusagen das EMS Training 3.0 - Tiefenwirkung, Volumenwirkung und Zellaktivierung

Aktivieren statt reizen: Wer eine gesunde strombasierte Trainingsmethode für Praxis oder Studio sucht, wird beim Ganzkörpertrainingssystem AmpliTrain® fündig. Die Innovation ‚Made in Germany‘ verfügt exklusiv über eine einzigartige modulierte Mittelfrequenz, mit der quasiphysiologische Impulse in fast jedes Gewebe gesetzt werden können und somit eine optimale Tiefenwirksamkeit erreicht werden kann.

Das AmpliTrain® EMA Gerät verfügt über eine Zulassung als Medizinprodukt.

 

 

Modulierte Mittelfrequenz - Die Geschichte und Basis des AmpliTrain® EMS Gerätes


Die im AmpliTrain® genutzte modulierte Mittelfrequenz ist eine Entwicklung, die ein Team von Fachleuten in Deutschland seit der Wende stringent verfolgte (siehe „(R)evolution in der Elektrotherapie“, 2001).

Man wusste, dass in Russland eine Stromform genutzt wird, die sehr effektive Muskelwirkung erreichen kann, während im Westen Mittelfrequenz überwiegend entweder in Form der Interferenz genutzt wurde oder mit Modulationen, die der Nervenstimulation dienten.
Nach der Wende wurde es möglich endlich auch die sogenannte ‚Russische Stimulation‘ zu untersuchen und in der logischen Konsequenz wurde dann das erste EMS-Gerät geschaffen, das beide Modulationsformen – die in Russland genutzte wie auch die westliche - in einem Gerät vereinte. Der AmpliMed war entstanden. Und dies war sicherlich zu einem sehr wesentlichen Teil Doz. U. KNOP und dem wissenschaftlichen Arbeitskreis MET‘A eV zu verdanken.

Prof. SENN wies die außergewöhnliche Muskelwirkung der Mittelfrequenztherapie nach und grenzte zum ersten Mal die Interferenztherapie in seinem Werk ELEKTROTHERAPIE (Thieme-Verlag) eindeutig gegenüber der Mittelfrequenztherapie ab. Im diesen Buch heißt es unter anderem „… Die Muskelfasern weisen eine ganz besonders hohe Ansprechbarkeit auf mittelfrequente Ströme auf und eine eher mäßige auf niederfrequente Ströme.“ (SENN, 1990, Seite 90)

Doz. LANGE betonte immer wieder dass die Mittelfrequenztherapie jenseits der Interferenztherapie einzuordnen ist - besonders durch die echte Amplitudenmodulation - und diese Besonderheit offenbart die MET-Methode, die im AmpliMed genutzt wird. Daher wurde sie 2002 von LANGE in das neue Standard-Lehrbuch des Springerverlages, PHYSIKALISCHE MEDIZIN, aufgenommen - mit dem Hinweis, dass die MET als Konzept der synchronen Verwendung zweier Stromformen (Hüllkurven) völlig neu und einmalig ist und erstmalig in der MET realisiert wurde.

Der AmpliMed wurde über Jahre sehr erfolgreich neben dem Leistungssport auch in der Therapie – zum Beispiel von Schlaganfallpatienten (siehe Studien 1 und 2) – eingesetzt.

Seit ca. 1998 gibt es in Deutschland die sogenannte Ganzkörper-EMS oder auch EMS-Training genannt. Die ersten Systeme die für diese neue Trainingsform entwickelt wurden arbeiteten ausschließlich mit niederfrequentem Reizstrom. Dies war nicht zuletzt den technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit geschuldet.
Da EMS-Training auch in der Sportmedizin und im Leistungssport immer gefragter wurde erschien es folgerichtig, das hochwirksame Stromkonzept des AmpliMed auch für Ganzkörpertraining zu nutzen. Darum wurde der AmpliTrain entwickelt.

Das Stromkonzept:
Der AmpliTrain-Strom ist eine modulierte Mittelfrequenz die sich dadurch auszeichnet, dass sie mit einer 2kHz Trägerwelle arbeitet die auf zwei unterschiedliche Weisen moduliert werden kann.
Die Trägerwelle selbst zeichnet sich mit einer absolut synchronen Rechteckwelle aus, die nicht nur echte Tiefenwirkung garantiert sondern zusätzlich auch Impulsreinheit (siehe Untersuchung von 1999).

Auf der Basis einer eigens entwickelten Technik ist es im AmpliTrain möglich, diese Trägerwelle wahlweise mit einer Myomodulation und/oder einer Neuromodulation zu versehen. Einzigartig ist dabei das Nutzen der Vorteile von drei Stromformen in einem – ohne die Nachteile der jeweiligen Stromform in Kauf nehmen zu müssen.

Myomodulation (Myo = Muskel):
Die Myomodulation, wie sie im AmpliTrain-Strom realisiert ist, ermöglicht das Auslösen der Muskelkontraktion direkt in der Muskelzelle. Das bedeutet, dass der elektrische Impuls nicht über den Nerv geht, sondern den motorischen Nerv „in Ruhe“ lässt und seine Wirkung direkt am Sarkolemm ansetzt, eine dünne Fascie, die die Muskelzelle umgibt. Da das Sarkolemm keine Markscheide hat, somit hier auch keine saltatorische Reizweiterleitung möglich ist, findet die Übertragung deutlich langsamer statt als vergleichsweise am motorischen Nerv. Es braucht daher auch andere Impuls-Geschwindigkeiten sowie auch eine andere Impulsformen für eine optimale Anpassung. Genau darum arbeitet der AmpliTrain-Strom mit einer Myomodulation in Schwellform, bzw. Trapezform. So wird eine ‚quasi-physiologische‘ Muskelwirkung (Zitat Prof. SENN) möglich.

Neuromodulation (Neuro = Nerv):
Die sogenannte Neuromodulation setzt ihre elektrischen Stimulationsreize auf die motorischen Nerven. Wissenschaftlich wurde diese Modulationsform auch NF-Modulation genannt, da ja die sogenannte Niederfrequenz (NF) genau das tut – sie reizt motorische Nerven. Der Unterschied zur Neuro-Modulation des AmpliTrain liegt darin, dass die Neuromodulation auf das mittelfrequente Trägersignal aufmoduliert wird und daher nicht nur oberflächlich liegende motorische Nerven anspricht, sondern auch alle motorischen Nerven in der Tiefe. Hinzu kommt, dass die Neuromodulation neben der Einstellbarkeit der Hertz auch noch eine Modulationstiefe von 1 bis 100 % erlaubt. Somit kann man steuern, wie viel Stress man den motorischen Nerven zumuten will/muss und man kann zusätzlich verhindern, dass die motorischen Nerven zu stark belastet werden. Somit ist die Neuromodulation kein Zwangsdiktat sondern eine Reizung, die der Körper gut verträgt.